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Politblog SurseerWoche

26. Juni 2025 – Neuausrichtung des Museums Sankturbanhof?

Am nordöstlichen Ende der Altstadt, hinter der Stadtkirche und neben dem Theater, steht der Sankturbanhof, dessen Erbauung zurück bis ins 13. Jahrhundert geht und eng mit der Stadtgeschichte von Sursee verbunden ist.

Das stattliche historische Gebäude bietet Raum für Anlässe, thematische Ausstellungen zum regionalen Zeitgeschehen und zu aktueller Kunst. Das Haus wird geführt durch eine Stiftung, die die Verwaltung und Weiterentwicklung des Hauses und seiner Kulturgüter im Namen der Stadt wahrnimmt. Die Verantwortung wird also von Stadt und Stiftung geteilt.

Zur Geschichte: 1959 kaufte die Stadt den Sankturbanhof, um darin ein Museum zu errichten. 1979 errichtete die Stadt die Stiftung Stadtmuseum und delegierte den Auftrag an die Stiftung, das baufällige Haus zu renovieren und darin einen Museumsbetrieb zu führen und die städtischen Sammlungen zu verwalten. Erst mit der Zustimmung der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger vom 28.11.2004 wurden die nötigen Finanzen zum Umbau, zur Sanierung und für den Kulturbetrieb gesprochen und im November 2007 konnte die feierliche Eröffnung stattfinden.

Vielleicht fragen Sie sich, warum ich die Geschichte des Sankturbanhofes hier aufrolle.

Es ist nicht selbstverständlich, dass das Haus heute so stattlich aussieht. Der politische Widerstand war 2004 gross. Nur dank des besonderen Einsatzes kultur- und geschichtsbegeisterter Personen im Stiftungsrat und im damaligen Stadtrat, dank eines engagierten Patronatskomitees, das insgesamt 1.7 Mio. Franken bei Unternehmungen und Privatpersonen für den Umbau und die Restaurierung des Sankturbanhofes sammelte, dank der Zustimmung einiger politischer Parteien, allen voran der damaligen CVP, konnte die Abstimmung 2004 gewonnen werden.

Im Moment findet eine Neupositionierung des Hauses und seines Auftrags statt und die Museumsleitung ist vakant. Im Frühling 2026 müssen die Leistungsvereinbarung zwischen Stadt und Stiftung erneuert und die für den Betrieb notwendigen Kosten wiederum gesprochen werden. Da ist es wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger von Sursee den Auftrag der Stadt an die Stiftung kennen und rechtzeitig über die Neupositionierung informiert werden.

Ich bin zudem der Meinung, dass es auch bei der aktuell angespannten finanziellen Lage der Stadt wichtig ist, zu unserem kulturellen und historischen Erbe Sorge zu tragen. Und dass es der Stadt Sursee wohl ansteht, neben gut ausgerüsteten Schulhäusern und vielen Sportstätten, den Sankturbanhof als Kulturhaus und Museum weiter zu führen und 2026 die dafür notwendigen Finanzen zur Verfügung zu stellen.

So wünsche ich mir eine baldige Kommunikation von Stadtrat und Stiftungsrat über die Vision für unser Museum und über die Möglichkeit der Mitgestaltung an der Umsetzung.

Erst wenn wir wissen, woher wir kommen, können wir ahnen, wohin wir gehen…

 

Susanne Stöckli, ehemalige Ortsparteipräsidentin der Mitte Stadt Sursee